Reinkarnationstherapie, ein Fallbeispiel aus meiner Praxis
Dies ist ein Bericht aus meiner Praxis zur Reinkarnationstherapie. Die Sitzung wird, mit Erlaubnis des Klienten und anonymisiert, Wort für Wort wiedergegeben.
Reinkarnationstherapie, Bericht, Praxis, Past-life-therapy
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Die Reinkarnationstherapie – Ein Fallbeispiel

Die Reinkarnationstherapie oder Past-life-therapy, so ihre internationale Bezeichnung, wird aktuell von immer mehr alternativ Heilenden angepriesen. Rüdiger Dahlke etwa behauptet, ihr solle eine „Sonderstellung“ in der Therapiewelt zugeschrieben werden. In Indien boomt diese Therapieform und wird gar von so mancher Krankenkasse übernommen. Doch die wenigsten haben eine Ahnung, was das eigentlich ist und wie es funktioniert. Deshalb soll hier ein Fallbeispiel etwas Licht in die Sache bringen:

Ein junger Mann von 19 Jahren betritt meine Praxis. Sein Anliegen ist eine recht klare Sache: Nach einer Überdosis an Cannabis-Konsum plagen ihn Panikattacken. Die will er loswerden. Die Folge dieser unerwarteten Anfälle ist auch eine generelle Unsicherheit im Alltag. Er befürchtet, jeden Moment plötzlich umkippen und sterben zu können.

Ob er bereits Erfahrung mit Rückführungstherapie gemacht habe, frage ich ihn. Nein, er kenne das gar nicht. Er sei im Internet auf mich gestoßen und ihm sei mein Bild sympathisch gewesen.

Wir vereinbaren einen Termin für eine Sitzung.

Im ersten Moment hatte ich viele andere Techniken im Kopf, mit denen eine Cannabispsychose angegangen werden kann. Das letzte woran ich denke ist eine Arbeit mit vergangenen Leben. Allerdings wird die Vorgehensweise nicht von mir bestimmt. In der Rückführung ist es das Unterbewusstsein des Klienten, welches vorgibt, wohin die Reise geht.

Wenige Tage später sehen wir uns also wieder. Ich frage Peter, ob er sich fähig fühle, dem Gefühl der Panik nachzugehen. Er ist bereit, es zu wagen.

Reise in die Vergangenheit

T (für Therapeut): „Also gut, dann bitte schließ jetzt deine Augen. Ist das Gefühl der Panik gerade präsent?“

K (für Klient): „Ja, kann´s spüren.“

T: „ Im Körper?“

K: „ Mein Herz geht schneller. Meine Augenlieder flackern etwas. Da ist auch ein flaues Gefühl im Magen:“

T: „Ok, nimmt dieses Gefühl war und lass es langsam stärker werden. Kein Angst, ich bin bei dir, …. nimm weiterhin den Herzschlag wahr und das flaue Gefühl … ich zähle jetzt von 3 abwärts und bei 1 bist du dort, wo du das Gefühl das erste mal hattest. 3 … 2 … 1. Wo bist bist du jetzt? Was nimmst du wahr?“

An dieser Stelle kann der Klient alles antworten. Von, `ich bin auf der gestrigen Geburtstagsparty`, bis zu `ich bin in meinem großen Zeh`. In diesem Fall hätte ich auf einen Moment bei einer rauschenden Party getippt. Aber ich liege falsch.

K: „Ich bin auf einem Berg und seh die Stadt. Es ist Nachmittag.“

T: „Gut, schau auf dich herab. Wie siehst du aus?“

K: „Ich hab ein rot-weiß gepunktetes Kleid an, schau mir grad auf einer Anhöhe den Sonnenuntergang an. Ich bin ein junges Mädchen. In der Ferne sehe ich die Stadt.“

Während Peter spricht, macht er einen überraschten Geschichtausdruck. Es sieht so aus als würde er sich fragen, ob er nun völlig verrückt geworden sei. Je weiter wir jedoch in unserer Arbeit fortschreiten, umso mehr Vertrauen gewinnt Peter zu seinen inneren Bilder und den dazugehörigen körperlichen Erscheinungen.

Der Trance-Zustand selbst besitzt eine gewisse Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Und das ist gut so. Unser kritisch-analytisches Denken, das wir zu 99% der Zeit im Alltag gebrauchen, wäre uns hier nur im Weg.

K: „Da ist noch jemand. Das ist mein Freund.“

T: „Wo ist der Freund?“

K: „Er sitzt neben mir. Ich bin gerade sehr glücklich.“

– Doch im nächsten Moment greift sich Peter an den Hals und verzieht das Gesicht.-

T: „ Was ist passiert?“

K: „Da ist plötzlich ein Druck am Hals. Mein Freund packt mich am Hals.“

T: „Warum tut er das?“

K: „Ich weiß auch nicht. Er zieht an meinem Rock, will mich ausziehen. Nein, ich will das nicht!“

T: „Was passiert weiter?“

K: „Mein Herz rast vor Panik. Ich trete ihn weg. Will einfach nur weg und renne los.“

T: „Ok, wo rennst du hin? Nach Hause?“

K: „Einfach nur weg. In den Wald hinter uns.“

– Und wieder hält Peter inne und greift sich diesmal an den Hinterkopf.-

K: „Mein Hinterkopf tut weh. Er blutet.“

T: „Trat der Schmerz jetzt plötzlich auf oder war er schon von Anfang an da?“

K: „Jetzt plötzlich.“

T: „Greif einfach mal zu der Stelle. Was ist da?“

K: „Ich blute. Mein Freund hat was nach mir geworfen und mich getroffen. Ich hab das in der Aufregung gar nicht mitgekriegt.“

T: „Was hat er nach dir geworfen. Wenn nötig schau dir die Situation nochmal von der Vogelperspektive* an.“

– Ich gab Peter etwas Zeit, um den Gegenstand zu identifizieren. Es war ihm jedoch nicht möglich, da er zu tief in der Situation steckte. Und in jener Situation hatte er nur einen Gedanken: Weg! Weg! Weg! Also entschloß ich mich später darauf zurück zu kommen und die Geschichte weiter laufen zu lassen. –

K: „ Ich bin gelaufen bis ich nicht mehr konnte. Bin am Waldrand angekommen. Mir ist schlecht, ich weine. Mein Hinterkopf schmerzt immer mehr, ich blute stark. Ich kann nicht weiter. Meine Beine sind wie gelähmt.“

– In dieser Anfangsphase der Behandlung ermutige ich Peter immer wieder dazu, in der Geschichte weiter voranzuschreiten und keine Details ausser Acht zu lassen. Deshalb werden in weiterer Folge meine Kommentare nicht angeführt. –

Peter und der Wolf – eine andere Version

K (plötzlich unruhig): „Ich hör da was. Da ist was im Wald. Ich sehe zwei leuchtende Augen. Es ist ein Tier .. ein Wolf. Er knurrt und kommt immer näher. Ich habe fürchterliche Angst. Mein Bauch verkrampft sich. Ich will mich verstecken, weiß aber nicht wo. Also lege ich mich einfach flach auf den Boden. Er hat mich aber schon längst gesehen. Er ist allein, ganz abgemagert und hungrig, hat wohl das Blut gerochen. Ich nehme mir einen Ast, der Wolf kommt immer näher, ich versuche ihn mit dem Stock zu treffen. Das macht ihn nur noch wütender. Jetzt springt er, hat mich in den Hals gebissen. Er schleudert mich hin und her, der hat viel Kraft. Meine Kräfte entweichen, ich bleibe liegen, bin aber noch am Leben. Jetzt frißt er, an meinem Hals und meiner Brust. Ich kann uns von oben sehen, wie er sich an mir satt frisst…. Der Wolf ist jetzt weg, ich bleibe weiter liegen.“

– Peter ist sichtlich erschöpft und geradezu überwältigt von der Geschichte. Ich frage ihn was nun weiter passiert.-

K: Nicht. Es passiert nichts. Ich bleibe weiter da bei meinem Körper.

Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit… link zum Blog Reinkarnationstherapie 2

* Vogelperspektive oder bird-eye-view engl. ist eine Technik der Dissoziation, d.h. der Klient wird etwas aus der Geschichte herausgeholt um die Begebenheiten besser wahr nehmen zu können. Er wird ermutigt, die Situation „von oben“ weiter zu verfolgen und auf sich selbst herabzusehen.

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